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Gentos
Ilir
Am Mai 23, 2010 veröffentlicht von Gentos in Entertainment
Portugal. So weit westlich wie möglich im alten Europa. So weit weg wie möglich.

In der Universitätsbibliothek, wo er Abend um Abend ge­gen das Unbekannte der portugiesischen Sprache kämpfte, mit einem Eifer, als ginge es um sein Leben, dort war er ihr be­gegnet. Mehrfach waren ihnen im großen Lesesaal nebeneinanderliegende Tische zugeteilt worden, und während er noch überlegte, ob er sie ansprechen sollte, ansprechen durfte, stellte sie sich ihm eines Tages einfach vor.

Sie hieß Mira. Er runzelte die Stirn. Wie konnte eine Portugiesin Mira heißen? Mira, so hießen Frauen in seinem Land, das er verlassen hatte und nie mehr betreten wollte. Trotzdem, Mira war ein guter Name. Mira war gut.

„Ich heiße Ilir.“ Alles hatte er dort gelassen außer seinem Vornamen, der ihm neuerdings oft fremd vorkam.

„Ein interessanter Name“, meinte Mira. „Eine Mischung aus ilusoes und lírica.“ Illusionen und Lyrik. Mira war Li­teraturstudentin.

„Ilir bedeutet Illyrer“, erklärte er ihr, „und die Il­lyrer waren meine Vorfahren.“ Er wunderte sich über den An­flug von Stolz in seiner Stimme. Was hatte er hier und jetzt schließlich noch mit „denen da“ zu tun? Sollte die Portugie­sin doch im Lexikon unter „I“ nachschlagen; ihn fände sie dort nicht.

Jedenfalls freute sich Ilir, daß Mira ihn angesprochen hatte. Von nun an grüßten sie einander in der Bibliothek, und nach dem Lernen gingen sie gemeinsam in „ihr“ Café hoch über dem Fluss. Der Fluss, der sich seinen Weg durch die Hügel bahnte, war durch das Häusermeer, das Baummeer, das Wolkenmeer unterwegs zum wirklichen Meer, ein anderes Meer als das schmale, über das er gekommen war. Ein neues, weites Meer. Wenn Ilir mit Mira im Café saß, sah er in dem weiten, offe­nen, einladenden Tal sein neues Leben hier in Portugal.

Mira erzählte ihm vom Studium, von der Familie, von den Freundinnen. Sie plauderte viel, und Ilir hörte gerne zu, denn er wusste nie so richtig, was er ihr erzählen konnte außer Banalitäten über die Bibliothek, den Kaffee, die Land­schaft. Tagsüber arbeitete er schwarz, abends lernte er Por­tugiesisch und sah Mira. Die Wochenenden ohne Arbeit waren eine Qual, füllte er sie nicht Stunde um Stunde aus mit Por­tugiesischlernen und ziellosen Wanderungen.

Sollte er Mira von früher erzählen, von seinem einzigen Urlaub am Meer, in derselben Stadt, in der später die Hun­gerschiffe ablegen sollten? Oder von dem alten Frühlings­brauch, bunte Bändchen ums Handgelenk zu tragen, die dann an dem Tage, an dem die ersten Schwalben am Rande des Himmels erschienen, in Bäume gehängt wurden? Der Brauch sollte Ge­sundheit anziehen, vielleicht Glück oder ein langes Leben - er brachte nichts von alledem. Doch auch in Portugal sank die Sonne täglich ins Meer; auch in Portugal gab es einen Brauch mit bunten Bändern, nur daß hier die Bänder in den Fakultätsfarben an den Taschen der Studenten baumelten, die in ihrer schwarzen Tracht Geistern gleich durch die Straßen zogen. Nichts Neues für Mira, und noch nichts für Ilir.

Wie er denn nach Portugal gekommen sei, hatte Mira ihn in sein Grübeln hinein gefragt. „Mit dem Schiff“, antwortete er, „und dann mit Lastwagen, per Anhalter, immer weiter mit Lastwagen, bis ich hier war.“ Ilir ilegal.

Illegale Ausreise, illegale Durchreise, illegale Einreise. Warum bloß hatte er den ganzen Weg über Glück gehabt, wieso hatte ihn niemand festgenommen? Nicht einmal in Italien, im überlaufe­nen Hafen, hatte man ihn aufgehalten. Und den Lastwagenfah­rern in den schützenden Fahrerkabinen war es gleichgültig, wen sie mitnahmen; sie hörten „Portugal“ und wiesen auf den Sitz neben sich. Niemand kontrollierte ihn an den Grenzen. Europäische Gemeinschaft. Ilir wollte dazugehören, hier in ihrem äußersten Westen. Er war entkommen, hatte alles zu­rückgelassen außer dem Namen ... und außer den Schreien, den grässlichen Schreien.

Mira erzählte von Schiffen und vom Meer, von Entdec­kungsfahrten und Entdeckern, von einem Dichter, der schrieb, dass sich für die Weitherzigen alles gelohnt habe. Ilir hörte schweigend zu und dachte an die Hungerschiffe, an das Hungerschiff, mit dem er gekommen war, nach dem langen Weg von den Bergen herab ans Meer. Nachts war er gewandert, vor Kälte und erkennenden Blicken durch seinen Mantel geschützt; tagsüber hatte er in Verstecken geschlafen, immer begleitet von der Angst und den Schreien - ein Wunder, dass er in der Hafenstadt angekommen, aufs Schiff gelangt war. Dort schien niemand sonderlich Notiz von ihm zu nehmen. Ilir tauchte ein in die Masse ausgemergelter Gestalten, die über den Rand der Schiffe quoll und sie fast zum Sinken brachte. Die Schiffe hungerten nicht an Menschen, aber die Menschen hungerten an Schiffen und nicht nur an Schiffen. Hungerschiffe waren es, auf ungewissem Kurs nach Westen. Auch Ilirs Blicke waren gegen Westen gerichtet.

Bari. Ein Name wie ein Tor, für Ilir kein Eingangstor, sondern ein Durchgangstor. Er wollte, musste weiter nach Westen, so weit weg wie möglich. Das Schreckliche einfach hinter sich lassen im zurückgelassenen Land.

Eines Abends erzählte Mira ihm von einem Roman aus dem vergangenen Jahrhundert, den sie ziemlich kitschig fand. „Die Familien haben sich entzweit, Teresas Geliebter Simao erschießt Teresas Vetter Baltasar, Teresas und Baltasars Familie sähe Simao zu gerne unter der Erde. Blutrache. Das gab’s im vorigen Jahrhundert noch bei uns. Wie kann man nur so dumm sein!“

Ilir starrte auf das schwarze Band des Flusses. Langsam, als spräche er zu ihm anstatt zu dem Mädchen, be­gann er: „In dem Land, aus dem ich komme ... da gibt es heute noch Blutrache.“ Mira blickte ihn aus großen, neugie­rigen Augen an, als sei er einer vergangenen Zeit entstie­gen. „Mira, Morde werden begangen, Menschen sterben, Mira!“ Ilir wandte sich ihr zu, er schrie es fast: „Stell dir vor, Mira, sie bringen deinen Nachbarn um!“ Und er fuhr leiser fort: „So war es, Mira. Mein Nachbar wurde erschossen.“

Mira erhob sich schweigend, legte ihren Arm um Ilir, lehnte sich an ihn. Lauter als zuvor tobten in Ilir die Schreie, seine Begleiter, die Schreie der Nachbarsfrau beim Anblick ihres erschossenen Mannes, die keine menschlichen Schreie mehr waren. Sie stießen gegen sein Trommelfell, häm­merten von innen gegen seine Haut, suchten ihn mit aller Gewalt daran zu hindern, jemals wieder ein Mädchen im Arm zu halten. „Besessen“, schoß es Ilir durch den Kopf, „besessen, besessen“. Oh, Mira, Mirinha. Sie durfte er auf gar keinen Fall da hineinziehen.

Sanft schob er Mira von sich und rang sich ein Lächeln ab. Sofort wurden die Schreie leiser. „Mach dir keine Sorgen.“

Sommer in Portugal. Genauso heiß wie in den Bergen. Die Studenten hatten sich in die Kühle der Hörsäle und Cafés zu­rückgezogen; nur Ilir und Mira saßen auf der obersten Stufe der großen Treppe, die zur Universität führte. Unten auf dem Parkplatz dösten heimatlose Hunde im Schatten der Autos.

„Sag mal, Ilir“, fragte Mira plötzlich, „warum bist du eigentlich nach Portugal gekommen?“ In der Ferne zerschnit­ten graugrüne Palmen die grauweißen Vierecke der Hochhäuser. Nein, Mira durfte es nicht wissen. Mira sollte wie an diesem Tag auf der Treppe neben ihm bleiben, unversehrt. „Das ver­stehst du nicht und wirst du nie verstehen.“

„Ich will es aber verstehen!“ rief Mira aus. „Lass es mich zumindest versuchen, Ilirinho!“ Ilir verschränkte seine Arme vor der Brust und schwieg.

Nach einer Weile begann Mira ganz leise vor sich hin zu singen, nur für sich; er verstand erst nach einiger Zeit, was sie sang: „Ilir, ilusoes líricas, ilusoes ilíricas.“ Ilir, lyrische Illusionen, illyrische Illusionen. „Hör auf, Mira, hör auf, ich will dein trauriges Lied nicht hören“, dachte Ilir, doch das Lied sang bereits in seinen Ohren.

Dann sah er die Polizisten. Langsam schoben sie sich Stufe um Stufe zu ihnen empor, wurden immer größer. Nun war es also doch soweit. Er hatte es nicht geschafft. In ihm stieg das Bild seines eigenen Armes auf, der ein Gewehr hielt. Deutlich verfolgte er, verfolgte ihn die winzige Bewegung seines Zeigefingers am Abzug. „Es gibt kein Zurück, keinen Ausweg, kein neues Leben“, dachte Ilir. „Es ist aus.“ Die Polizisten rückten immer näher heran, erreichten das Ende der Treppe, gaben sich den Anschein, als wollten sie bloß an den beiden vorbeigehen. In diesem Moment sprang Ilir auf. Mit bebendem Blick streifte er die Polizisten, die ste­henblieben, sah Mira auf der Steinstufe an, rief: „Mira, ich war es! Ich habe meinen Nachbarn erschossen! Mira, ich liebe dich, Mira!“

„Ilir!“ Zwei Schwertern gleich durchbohrten ihn die gellenden i seines Namens, die aus Miras Mund stürzten, aus ihrem verzerrten Gesicht inmitten einer strahlend blauen Gleichgültigkeit.
Stichwörter: Ilir, Portugal, Mira
goldenman
Religiöse Themen
Am Mai 23, 2010 veröffentlicht von goldenman
Wisst Ihr was ich mich immer wieder frage?!

Nun wurde doch eine neue Community gegründet, mit dem Ziel alle Albaner hier zu vereinen. Damit man sich einander kennenlernen kann und über gewöhnliche albanische Themen diskutieren kann. Um so die Gräben zwischen den einzelnen Regionen die mit der Zeit entstanden sind, nicht zuletzt auch wegen der slawischen Okkupation, zu schliessen und sicher spirituell aber auch physisch zu vereinen.

So weit alles klar.

In einer Zeit, in der man eben wie oben erwähnt über Vereinigung spricht, in der Toleranz in allen Bereichen gross geschriben wird, gibt es immer wieder Leute, die es nicht sein lassen können, ein albanisches Forum mit religiösen Beiträgen vollzustopfen. Ich bin kein Kommunist, der die Abschaffung der Religionen anstrebt, ganz im Gegenteil, sehe darin sogar Nutzen für die Menschheit. Doch frage ich mich, ist der Mensch nicht genug intelligent, Religion mit nationaler Kultur trennen zu können?
"Kann man diese beide Dinge überhaupt trennen?", würde dann als Gegenfrage kommen.
Ich würde ganz klar meinen: JA, man kann. Wir Albaner beweisen dies schon seit 500 Jahren.

Obwohl es mich wahnsinnig stört, werde ich religiöse Themen nicht löschen oder zeniseren. Ich möchte viel mehr darauf hinweisen, was der Sinn einer solchen Comminity eigentlich ist und was damit ganz klar nicht erreicht werden sollte. Denn wenn wir etwas im Momentan nicht gebrauchen könenn, dann ist es ein weiteres auseinandergehen inerhalbt des albanischen Volkes.

Përparim A.
Gentos
Blogs schreiben?!
Am Mai 20, 2010 veröffentlicht von Gentos
Wer möchte, dass diese Funktion auch für Mitglieder offen steht?
Edmond
Greqia shitet për një euro
Am Mai 19, 2010 veröffentlicht von Edmond
Greqia shitet për një euro
Një gjermanit i lindi një ide shumë interesante, në vorbullën e problemeve me të cilat po ballafaqohet Greqia dhe zyrtarët e saj kohët e fundit.

Në faqen e popullarizuar për blerje në internet, “eBay”, ai publikoi një shpallje në të cilën ofron këtë shtet në shitje për vetëm një euro. Blerësve të mundshëm ua tërhoqi vërejtjen se bëhet fjalë për “një shtet të bankrotuar të brishtë dhe që mund të digjet lehtë”.

Pasi më “nuk sjell fitime” ai vendosi ta shesë, dhe atë nëpërmjet “eBay”. Ai mendoi edhe për komplikimet eventuale dhe shkroi edhe këto fjalë: “Në rast se blerësi nuk mund t’i paketojë të gjithë artikujt në një vend, në shkëmbim të Spanjës dhe Portugalisë atij i dhurohen edhe 200 gramë djathë deleje”.

Në fund ai shtoi se shet edhe Frankfurt am Main, i cili ka një ofertues për një euro, për dallim nga Greqia e cila ende nuk ka asnjë ofertues. /Telegrafi/

http://www.telegrafi.com/?id=10&a=2915
jonny_b
Es selamu alejkum

2. Suretu Al-Bekare
Ajetul-Kursijji (Ajeti më madhështor në Kur’an)

Bismil-lahirr-rrahmanirr-rrahim
"All-llahu la ilahe il-la Hu. El-hajjul-kajjum. La te-hudhuhu sinetun ue la neum. Lehu ma fis-semavati ue ma fil-erd. Men dhel-ledhi jeshfeu aindehu, il-la bi idhinihi. Jaëlemu ma bejne ejdihim ue ma halfehun, ue la juhitune bi shej-in min alimihi il-labi ma shae. Uesia kursijjuhus-semauati uel erda, ue la jeduhu hifdhuhuma ue huve-l-alijjul-adhim."

Shqip:

« Allahu. Askush nuk meriton të adhurohet, përveç Tij. I Përjetshmi, Ai që furnizon dhe mbron gjithçka që ekziston. Atë nuk e kap as dremitja, as gjumi. Atij i përket çfarëdo që është në qiej dhe në tokë. Kush mund të ndërmjetësojë tek Ai pa lejen e Tij? Ai e di çfarë u ndodh atyre <në këtë botë> dhe çfarë do të ndodhë pas tyre <në botën tjetër>. Ata kurrë s'do të mund të nxënë ndonjë gjë nga dija e Tij, përveç asaj çfarë do Ai. Kursi-a e Tij shtrihet mbi qiejt dhe tokën, dhe Ai nuk ndjen lodhje në kujdesin ndaj tyre. Ai është më i larti, më i madhi »


http://www.youtube.com/watch?v=bf8jipBmfU8
Zeige 1 bis 5 von 7